Von der Zoo- zur Wildlife-Fotografie – Teil 1

Allgemeines

Nachdem ich seit Frühling dieses Jahres für den Zoo Schmiding immer wieder mal Fotos mache, wurde ich kürzlich gefragt, ob ich nicht einen Beitrag über die Zoo-Fotografie schreiben kann. Gesagt getan: Mit diesem Beitrag möchte ich euch einen Einblick und meine persönlichen Erfahrungen näherbringen. Da ich auch sehr oft in der Natur unterwegs bin, werde ich auch einen kleinen Vergleich zwischen der Zoo- und der Wildlife-Fotografie wiedergeben.    

Tierpark Haag – Braunbär / Ursus arctos

Warum im Zoo fotografieren?

Zuerst einmal stellt sich am Anfang folgende Frage: Warum soll man überhaupt in den Zoo gehen, um Tiere zu fotografieren? Die Gründe können vielfältig sein.

  • So möchte man Zeit mit der Familie verbringen und so manches tolle Foto als Erinnerung mitnehmen.
  • Ein anderer Grund kann auch sein, dass man gerade mit der Tierfotografie beginnt und den Umgang mit der Kamera und der Tiere noch üben möchte.
  • Oft hat man aber einfach (noch) nicht die Geduld sich im Tarnzelt oder Tarnanzug stundenlang auf die Lauer zu setzen und darauf zu hoffen, dass das gewünschte Motiv auftaucht.
  • Bevor es überhaupt in die Natur geht, muss erstmal recherchiert werden, wo man die Tiere findet. Dies kann sich auch oft als zeitaufwändig herausstellen.
  • Zusätzlich hat man am Anfang eventuell auch nicht das Budget sich eine komplette Ausrüstung zuzulegen.
  • Möchte man auch exotische Tiere fotografieren, heißt das unter anderem in ferne Länder zu reisen. Nicht viele können sich so eine Reise leisten.
  • usf.

Was auch immer euer Grund ist, so hoffe ich euch mit diesem Beitrag kann ich einen kleinen Einblick, Anregungen bzw. Denkanstöße geben.

Tierpark Haag – Mantelpavian / Papio hamadryas

Zum Thema „artgerecht“

Wenn ich mit Freunde, Bekannte und Kollegen über Zoos spreche oder diverse Kommentare in Bewertungsportale lese, so kommt immer wieder das Wort „artgerecht“ vor. So wie überall und zu allen Themen gibt es Befürworter, als auch Kritiker.

Eine der häufigsten Kritikpunkte, den man immer wieder hört oder liest, ist „Die Haltung der Tiere ist nicht artgerecht, denn wo das Tier ursprünglich herkommen, haben sie viel mehr Platz“. Wer gibt vor, was artgerechte Haltung ist? In Österreich auf jeden Fall mal der Gesetzgeber, also unsere Regierung. Dies ist zum Beispiel in der Zoo-Verordnung geregelt Siehe Gesetzestext.

Zu dem Thema möchte auch folgenden Gedanken einbringen:
Wenn sich die Tiere in deren Gehegen nicht wohl fühlen, warum bringen die Tiere immer wieder Nachwuchs zur Welt? So liest man jedes Jahr, speziell im Frühling, immer wieder über Neugeburten diverser Arten in den Zoos.

 

 

Einige Beispiele aus 2018 (Quellen: Homepages der Zoos):

  • Zoo Schmiding:
    Schneeeulen, Flamingos, Jungfern- und Manschurenkranich, Schwarzweißer Vari, Arabischen Oryxantilopen, usw.
  • Zoo Salzburg:
    Gepard, Steinböcke, Kaiserschnurrbarttamarine, Totenkopfäffchen usw.
  • Zoo Schönbrunn:
    Faultier, Amurleopard, Kattas, Luchs, Zwergotter
  • usw.

Neuigkeiten über Geburten werden natürlich nicht verschwiegen, deshalb finden sich die News selbstverständlich auf den Homepages der Zoos.

Des Weiteren beteiligen sich viele Zoos an diversen Arterhaltungsprojekten, wie zum Beispiel das Europäische Erhaltungszuchtprogramm. Ohne diese würde es womöglich einige Tierarten nicht mehr geben. Ein Beispiel ist zum Beispiel der Arabische Oryx. Dieser wäre im 19. Jahrhundert bereits ausgestorben. Doch mit Hilfe einer weltweiten Erhaltungszucht konnten die Tiere wieder im Oman, Saudi Arabien und Jordanien angesiedelt werden.  (Siehe: Wikipedia) .

Aber auch in Österreichs Zoos findet man Beispiele.  So beteiligt sich der Innsbrucker Alpenzoo an Auswilderungsprogrammen wie dem Alpensteinbock, Wildkatze, Bartgeier usw. Nachzulesen ebenfalls auf der Homepage des Zoos.

Ich möchte natürlich jetzt keine Diskussion auslösen, sondern dies soll zum Nachdenken anregen. Und natürlich darf jeder auch seine persönliche Meinung haben.

Zoo Schmiding – Gepard / Acinonyx jubatus

 Zoo- und Wildlife-Fotografie: Unterschiede

Ein großer Unterschied zwischen der Zoo- und Wildlife-Fotografie ist sicher, dass die Tiere in den Zoos und Wildparks den Menschen gewöhnt sind. Speziell deswegen, weil die Tierpfleger in den Gehegen sind, um die Tiere zu füttern oder die Futtertröge befüllen. Ebenso müssen diese auch reinigen müssen. Und natürlich sind in den Zoos viele Besucher unterwegs.

Apropos Gehege: Diese sind natürlich kleiner, als der Bewegungsradius, den die Tiere in der Natur hätten. Dies macht es auch leichter, das Tier zu fotografieren.

In der Natur hingegen sind die Tiere in der Regel viel scheuer und verstecken sich, sobald sie uns Menschen wittern. Hier gilt also, die Plätze aufzuspüren. Und dann ist besonders viel Geduld und Ruhe gefragt. Das heißt somit sehr in Tarnkleidung, Tarnzelten oder Fotoverstecke sich anzusetzen und zu warten. Sehr oft geht der Wildlife-Fotograf auch ohne nur ein (gutes) Bild nach Hause. In diesem Fall heißt es dann wiederkommen und sich bei diesem Platz erneut zu versuchen oder weiter zu suchen, wo sich das das Tier aufhält.
Geht man hingegen in Parks, so sind die Tiere den Menschen noch eher gewöhnt.

Auch in Zoos kann es vorkommen, dass man einige Zeit warten muss, bis sich das Tier so positioniert wie man es gerne hätte. Aber die Wartezeit ist im Gegensatz zur Wildlife-Fotografie oft kürzer.

Was in der Zoo- und Wildlife-Fotografie nicht schadet, ist das Wichtigste über die Tiere zu wissen. Wo kommen diese her? Gibt es allgemeine bekannte Verhaltensweisen? Sind diese Tag-, Dämmerungs- oder Nachtaktiv? Dazu findet man immer bei den Gehegen wertvolle Informationen kurz zusammengefasst.  Für die Wildlife-Fotografie muss man hingegen Lexika und Sachbücher zu Rate ziehen.

Zoo Schmiding – Sibirischer Tiger / Panthera tigris altaica / Amurtiger / Ussuritiger

Beim nächsten Blog-Beitrag gebe ich Tipps über Equipment, Verhalten der Tiere und was man bei der Aufnahme zu Beachten ist.

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